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TILL EULENSPIEGEL
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Richard Strauss

war ein echtes Münchner Kindl. Geboren 1864 wurde er einer der wichtigsten Komponisten des 20. Jahrhunderts. Er war aber auch Dirigent und wurde sogar Leiter der Wiener Staatsoper.

In seiner Jugend schrieb er viele sinfonische Dichtungen, wie auch dieser Till Eulenspiegel eine ist und wurde später durch seine Opern weltberühmt. Wer hat nicht schon mal von „Rosenkavalier“ oder „Salome“ gehört?

Zuerst sollte Till Eulenspiegel eine einaktige Volksoper werden, doch dann genügte Strauss ein sinfonisches Werk, um Tills Streiche eindrucksvoll zu erzählen.


Die Geschichte

Einmal begab es sich, dass Frau Eulenspiegel mit dem jungen Till einkaufen ging. Auf dem Marktplatz herrschte reges Treiben. Die Marktleute boten ihre Waren feil und Frau Eulenspiegel kaufte hier ein bisschen Käse und dort ein paar Äpfel. Till aber langweilte sich sehr. Er fragte sich: „Wie kann man nur aus so einem langweiligen Tun ein Lustigeres machen?“ und schlich sich schnell davon.

Nun saß ein Bauer auf dem Markte und bot ein feistes Ferkel zum Kaufe feil. Und als Till dies entdeckte, schwang er sich auf das arme Tier. Das Ferkel erschrak ganz fürchterlich ob des Schelms auf seinem Rücken und raste wild quiekend durch die aufgebrachte Menge. Jeder versuchte, das Ferkel zu packen. Doch aus dem ganzen Tumult entkam Till Eulenspiegel lauthals lachend und verschwand unbemerkt.

Nachdem Till Eulenspiegel schleunigst das Weite gesucht hatte, um der Wut des Schweinehirten zu entkommen, wanderte er kreuz und quer durch die Stadt. Und wo er auch hinkam – immer hatte er Augen und Ohren weit offen, um eine neuerliche Gelegenheit für einen gelungenen Spass nicht zu verpassen. So begab es sich, dass Till Eulenspiegel auf eine Gruppe von Mönchen traf. Und da der Schalk vor nichts und niemandem halt machte, wenn es ihm nach Possenreißen zumute war, sagte er sich: „Dies ist ein feiner Beruf! Immer wird man mit Respekt behandelt, bekommt einen warmen Schluck in die Kehle wenn es einen dürstet und einen guten Bissen wenn es einen hungert!“ Er schnappte sich einen alten Kartoffelsack, zog ihn sich über den Kopf und schloss sich der Gruppe an. Er hatte eine Zeitlang ein gutes Auskommen und einen vollen Magen.
Doch damit nicht genug! Vor dem Dome hatte sich eine große Menge versammelt, um einen Gottesdienst zu feiern. Der Prediger begab sich auf ein großes Podest und begann, zu predigen. Till schlich sich unbemerkt hinter dessen Rücken und äffte seine Gesten nach. In der Menge gab es zuerst leises Geflüster und als einer zu kichern begann, bog sich die Menge vor Lachen. Der Priester wusste erst gar nicht, wie ihm geschah. Doch dann drehte er sich um, entdeckte den Schelm und jagte ihn unter Fluchen und Schimpfen von dannen.

Nach diesem Streiche war der Boden für Till Eulenspiegel natürlich zu heiß geworden. Er begab sich erneut auf Wanderschaft. Auch Schalke werden nicht jünger und so sagte sich Till: Jeder Mensch braucht einmal eine Frau! Kaum hatte er diesen Gedanken gefasst, entdeckte er ein einsames hübsches Mädchen, das sich in einem Eingange niedergelassen hatte um einen Moment zu Ruhen. Schnell pflückte er einen kleinen Strauss Blumen und begann mit dem Mädchen zu kokettieren. Da ihm sein Ruf aber schon vorausgeeilt war, versammelten sich schnell viele Schaulustige um die beiden, denn sie erwarteten ein neuerliches Schelmenstück. Das Mädchen aber hielt gar nichts von einem dahergelaufenen Gesellen und missachtete ihn gehörig. Till versuchte es mit allen Tricks, doch umsonst! Er blieb völlig unerhört. „Hihi! Hoho! Wer bekommet denn da einen Korb?“ So und ähnlich amüsierte sich die versammelte Menge. Denen werd’ ich’s zeigen! schwor sich Till und rannte blamiert davon.

Ich muss den Menschen zeigen, wie ausserordentlich intelligent ich bin, sagte sich Eulenspiegel. Und wie kann ich das am besten beweisen? An der Universität! Doch dort hatte man auch schon Eulenspiegels Geschichten gehört. Für dumm lassen wir uns nicht verkaufen und schon gleich gar nicht von einem dahergelaufenen Gelehrten! sagten sich dort die Ratsherren. So beschlossen sie, Till auf die Probe zu stellen. Schließlich fragten sie ihn folgendes: „Meister, können Sie auch jeder Kreatur das Lesen beibringen?“
Als Till diese Frage ohne jedweden Argwohn mit einem Ja beantwortete, wurde ein besonders guter Schüler beschafft, nämlich des Müllers Esel.
Der Schüler hatte aber den ganzen Tag gefastet, bis gegen drei nachmittags. Als der Esel dann endlich gebracht wurde, legte Till seinem Schüler ein Buch vor. Sobald dieser es in der Krippe bemerkte, warf er die Blätter hin und her und suchte Hafer. Als er nichts fand, begann er mit lauter Stimme zu schreien „I-A, I-A“. Da sprach Eulenspiegel: „Seht liebe Damen und Herren, die beiden Vokale I und A, die kann er schon; ich hoffe, er wird noch besser werden“.

Leider bemerkte der triumphierende Spitzbub einige Soldaten nicht, die sich ihm von hinten näherten. Sie packten ihn an der Schulter und Till erschrak fürchterlich. „Du gottverlassener Schalk, dass dir nimmer Glück geschehe! Deine arme ehrbare Mutter ist vor lauter Sorge um dich schon ganz vergrämt!“ sagten ihm die Soldaten und schimpften ihn fürchterlich. „Schau, dass du nach Hause kommst!“ „O weh mir! Was weiß ich meiner Mutter wohl Gutes zu berichten?“ dachte Till bei sich.

Doch die Lust auf neue Späße juckte ihn natürlich schon wieder in den Fingern und so ergriff er so schnell er nur konnte erneut die Flucht. Rechts in der Straße, die vom Heumarkt führt, wohnte ein reicher Kaufmann. Dieser feine Herr kann doch bestimmt etwas von seinem Hab und Gut verschmerzen! dachte sich Till und mir nichts dir nichts schnappte er sich vier wunderbar saftige Orangen. Dies war dem schlauen Kaufmanne jedoch nicht entgangen und so gab es eine wilde Jagd durch den ganzen Markt.

Es begab sich jedoch, dass der Schalk auf seinem Wege ein leeres Fass fand, in das er blitzschnell hineinsprang. So hatte er nun den Kaufmann überlistet. Vorsichtig spitzte er über den Rand des Fasses. Auf dem Markte herrschte ein großes Gedränge und Gesuche. Deshalb dachte sich Till: „Wenn ich ein bisschen flink bin, kann ich vielleicht entkommen! Gesagt getan sprang der Schelm aus dem Fasse und laufenden Fußes in die Arme der Justiz. Till Eulenspiegel jammerte sehr, denn er wurde ohne Gnade direkt in sein Mutterhaus gebracht. Doch dort konnte ein Till Eulenspiegel natürlich nicht verweilen und so verbrachte er sein ganzes Leben mit immer neuen Streichen!

Till Eulenspiegels lustige Streiche
Ein musikalisches Märchen
von concierto münchen
Dauer 50-60 Minuten
Für Menschen ab 6 bis über 100 Jahren

Till Eulenspiegel einmal anders
von Richard Strauss/Hasenöhrl

Premiere am 11. Dezember 2003




Musikalische Leitung

Illustrationen

Puppenspiel:


Bühne:


Puppe von Till:
Kulissen:
Carlos Domínguez-Nieto

José Carlos Díaz de Cerio

Rainer Hipp
Bärbl Seitz

Rainer Hipp
Sebastian Ried
Bärbl Seitz
Rainer Hipp
Bärbl Seitz


Es spielt das Kammerorchester concierto münchen

Bildgalerie
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